So verändert die Digitalisierung die Konstruktion

9. Jan 2019 item Redaktion

Wie der digitale Wandel und Digital Engineering die Konstruktionsarbeit vereinfachen und sich auf Anforderungsprofile für Konstrukteure auswirken. 

Eines der Kernversprechen der Digitalisierung ist die zeitnahe und umfassende Verfügbarkeit von Daten durch digitale Erfassung, Bereitstellung und Austausch. Aus der mittlerweile guten bis sehr guten Verfügbarkeit der CAD-Daten von Komponenten wird im Umkehrschluss eine direkte Beschleunigung der eigentlichen Projektarbeit in der 3D-Konstruktion abgeleitet. Zusammen mit einer einfachen und kurzfristigen Abstimmung per Webmeeting führt die Digitalisierung im Maschinenbau zu einer schnelleren und oftmals parallelen Projektarbeit. Somit ist von der Digitalisierung gerade die Konstruktion betroffen. In diesem Zusammenhang verschieben sich Anforderungsprofile für die Arbeit von Konstrukteuren und bestimmte Soft-Skills gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Digitalisierung und Konstruktion passen bestens zusammen

Für die praktische Konstruktion ist es bereits heute ein wesentlicher Effizienzvorteil, wenn Hersteller 3D-Daten zu allen Komponenten direkt und übersichtlich strukturiert zur Verfügung stellen. Zur Bewältigung des weiter steigenden Arbeitspensums in der Konstruktion sind mittelfristig neue Ansätze für Tools und Konfiguratoren in der 3D-Konstruktion gefragt. Diese müssen intuitiv und einfach nutzbar sein sowie komplexe Aufgaben vereinfachen, letztendlich also im Vergleich zu bekannten 3D-Konstruktionslösungen klare Produktivitätsvorteile bringen. Konstrukteure haben mit Digital Engineering passende Werkzeuge zur Hand, etwa in Form des item Engineeringtools. Damit lassen sich wiederkehrende Standardaufgaben deutlich schneller als in der normalen CAD-Umgebung lösen.

Digitales Grundwissen und praktische Erfahrung in der 3D-Konstruktion werden zu Grundvoraussetzungen für den Beruf des Konstrukteurs in Zeiten der Digitalisierung. Noch stärker gefordert sind die eigenständige Informationsrecherche und Teamfähigkeit. Bedingt durch den technisch einfachen digitalen Austausch von Konstruktionsdaten kann Teamarbeit auch Zusammenarbeit über verschiedene Kontinente bedeuten. Dies setzt entsprechende Sprachkenntnisse voraus. Englischkenntnisse stellen die absolute Mindestanforderung dar und genügen in Zukunft nicht mehr. Chinesische Sprachkenntnisse geraten angesichts von Bestrebungen wie der häufig mit Industrie 4.0 verglichenen Initiative „Made in China 2025“ vermehrt in den Fokus. Nur mit entsprechender interkultureller Kompetenz ist die nötige Gewandtheit im Umgang mit Kooperationspartnern und Kunden aus anderen Kulturkreisen gegeben.

Digitalisierung der Konstruktion: Veränderte Anforderungen 

Moderne Konstrukteure sind aufgrund der Digitalisierung der Konstruktion gefordert, zu Generalisten zu werden: Sie sollten in der Lage, sein, den immer dynamischeren Kundenanforderungen erfolgreich zu begegnen und Fremdentwürfe schnell und richtig zu interpretieren. Die Verknüpfung von Mechanik, Elektronik und Software wird generell enger. Darüber hinaus entstehen neue Stellenbezeichnungen für Spezialisten mit IT-Kenntnissen für neue Softwarelösungen in der 3D-Konstruktion. Mit steigender Komplexität von Konstruktionen wird der Konstrukteur zum Faktor in der Produktionsplanung, indem er zumindest in die Ermittlung von Montagezeiten eingebunden ist. Der Konstrukteur wird zukünftig mit zusätzlichen Koordinationsaufgaben konfrontiert und übernimmt in einzelnen Bereichen die Rolle eines Projektmanagers. 

Wenn es um die Frage nach den notwendigen Qualifikationen im digitalisierten Maschinenbau geht, werden IT-Kenntnisse stets an oberster Stelle genannt. Doch was hat man sich darunter als Konstrukteur vorzustellen? Es geht eher um Kernkompetenzen in Sachen IT als um eine konkrete Spezialisierung. Das grundlegende Anforderungsprofil wird breiter und digitales Know-how entsprechend zur Grundvoraussetzung. Arbeitnehmer, die eine entsprechende Vorbildung oder praktische Erfahrung vorweisen können, sind deutlich im Vorteil. Bei Konstrukteuren ist es nicht zwingend notwendig, dass sie die Software ihres neuen Arbeitgebers zuvor im Detail kennen. Entscheidend sind Grundkenntnisse in der 3D-Konstruktion und die Fähigkeit zum Lerntransfer.

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