Just-in-time: Logistik auf dem neuesten Stand

20. Jan 2016 item Redaktion

Für Neueinsteiger mögen die Begriffe der Lean Production zunächst ein wenig fremd wirken. Anhand der Erklärung von Just-in-time lässt sich jedoch gut zeigen, wie der Grundgedanke aussieht und wie verschiedene Konzepte miteinander verknüpft sind.

Lean Production bewirkt durch die Vermeidung von Verschwendung eine deutliche Effizienzsteigerung. Zu den 7 Muda, also den Verschwendungsarten der Lean-Philosophie, zählen auch hohe Lagerbestände. Mit Just-in-time bekommt man dieses Problem perfekt in den Griff: Vom Zulieferer wird nur das geordert, was wirklich gebraucht wird. Dies klingt scheinbar banal, kann bei erfolgreicher Umsetzung jedoch äußerst kostensparend sein. Gerade in der Automobil- oder Luftfahrtbranche hat sich die Just-in-time-Methodik inzwischen fest etabliert. Im Folgenden geben wir Ihnen eine Einführung in dieses vielversprechende Logistikkonzept.

So funktioniert Just-in-time

Just-in-time (JIT) bedeutet auf Deutsch „genau zur richtigen Zeit“ oder „termingenau“. Damit ist gemeint, dass Material genau dann zur Verfügung steht, wenn man es auch konkret benötigt. Das produzierende Unternehmen erhält Material also nur im Bedarfsfall von seinem Zulieferer. Aufgrund dieser Orientierung an der Auftragslage wird die Just-in-time-Produktion auch als „bedarfssynchrone Produktion“ bezeichnet. Dieses System bringt zahlreiche Vorteile mit sich: Hinsichtlich Personal, Lagerung und Transport lassen sich Kosten deutlich reduzieren. Auch die Kapitalbindung wird verringert. Lagerung ist letztlich immer ein Einfrieren von Kapital, das anderweitig sinnvoll investiert werden könnte.

Zudem erhöht sich die Flexibilität signifikant, was auch einen verbesserten Service erlaubt, da Kundenwünsche schneller umgesetzt werden können. Unter Umständen entstehen auch kleinere Puffer beziehungsweise Wartezeiten. Es gibt jedoch keine gewöhnliche Lagerhaltung. Dies gilt auch für den intralogistischen Teil des Just-in-time, der mittels Kanban (dt. „Karte, Schild“) erfolgt. Dabei wird durch entsprechende Karten eine Materialbestellung an die vorgelagerte Station signalisiert (Pull-Prinzip). Inzwischen ist auch die EDV-gestützte Variante auf dem Vormarsch – das sogenannte E-Kanban. Dessen visuelle Aufbereitung von Prozessen bietet zudem gute Chancen zum Erkennen von Optimierungsmöglichkeiten.

Voraussetzungen und Risiken von JIT-Logistik 

Die oben genannten Vorteile von Just-in-time machen dieses System zu einer interessanten Option für die industrielle Produktion. Man sollte jedoch die Grundvoraussetzungen nicht außer Acht lassen. Nicht für jede Produktion empfiehlt sich eine solche Umstellung. Nur bei großen Mengen an Material ist sie nämlich wirklich sinnvoll. Ansonsten erscheint der mit JIT verbundene Logistikaufwand nicht gerechtfertigt. Darüber hinaus ist inner- und außerhalb des Werks eine exzellente Infrastruktur vonnöten. JIT erstreckt sich nämlich über die gesamte Supply-Chain-Kette.

Hinzu kommt, dass besonders auf dem Zulieferer eine große Verantwortung ruht. Dass er sich durch logistische Flexibilität auszeichnen sollte, versteht sich ja im Grunde von selbst. Daneben ist er einer ganzen Reihe von externen Faktoren – beispielsweise schwierigen klimatischen Bedingungen oder Verkehrslagen – ausgesetzt, welche nun leicht die gesamte Produktion ins Stocken bringen können. Dies gilt es stets zu berücksichtigen. Andererseits besteht natürlich die Chance einer äußerst vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Zulieferer und Produzent, von der beide Seiten enorm profitieren können. Der globale Erfolg der Just-in-time-Methode spricht zudem eine eindeutige Sprache.

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