Das alles spricht für Arbeitnehmer mit Behinderung

20. Feb 2019 item Redaktion

Wie Menschen mit Behinderung Unternehmen unterstützen können und was sie für optimale Arbeitsbedingungen benötigen. 

Noch immer erhalten behinderte Menschen auf dem Arbeitsmarkt nicht die ihnen gebührende Aufmerksamkeit. Dabei werden jedoch eindeutig Faktoren übersehen, die ganz klar für diese Gruppe sprechen. So können rund 60 Prozent der Schwerbehinderten auf Arbeitssuche eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein erfolgreich absolviertes Studium vorweisen. Die Vorzüge von Arbeitnehmern mit Behinderung gehen jedoch meist über reine Qualifikationen hinaus: Auch hinsichtlich intrinsischer Motivation und Social Skills sind sie vorne dabei. Durch den Einsatz von barrierefreien Arbeitsplätzen bieten Unternehmen in der Industrie Arbeitnehmern mit Handicap alle Chancen, ihr gesamtes Potenzial zu entfalten. Zudem kann der Arbeitgeber mit Zuschüssen rechnen – eine echte Win-win-Situation für alle Seiten.

Eingliederungszuschuss für behinderte und schwerbehinderte Menschen

Es gibt zahlreiche Maßnahmen von staatlicher Seite, um die Eingliederung von behinderten Personen zu fördern. Der Eingliederungszuschuss für behinderte und schwerbehinderte Menschen richtet sich gerade an solche Arbeitnehmer, denen es zuvor schwergefallen ist, Arbeit zu finden. Hier können bis zu 70 Prozent des Gehalts übernommen werden, bis zu 2 Jahre lang. Nach 12 Monaten wird dieser Zuschuss um mindestens 10 Prozent reduziert. Bei schwereren Behinderungen sind Zuschüsse bis zu 70 Prozent über einen Zeitraum von 60 Monaten möglich. 

Bei einem Alter über 55 Jahren kann die Förderdauer sogar bis zu 96 Monate betragen. Grundsätzlich wird auch die Modernisierung beziehungsweise Neuanschaffung eines entsprechend ausgestatteten Arbeitsplatzes unterstützt. Eigentlich ist vorgesehen, dass jedes Unternehmen ab einer Größe von 20 Mitarbeitern mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze mit einem Arbeitnehmer mit Behinderung besetzt. Ist dies nicht der Fall, muss eine Ausgleichsabgabe gezahlt werden. 

 

Eigenschaften von Arbeitnehmern mit Behinderung

Überdurchschnittlich hohe Motivation und ausgeprägter Leistungswille – diese Eigenschaften zeichnen Arbeitnehmer mit Behinderung oftmals aus. Die Möglichkeiten, die sich ihnen aufgrund von barrierefreien Arbeitsplätzen bieten, nehmen sie gerne an. Neben dieser Loyalität zählen Einfühlungsvermögen und ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit zu ihren Charakteristiken. Somit sind sie besonders in der Lage, das Betriebsklima zu verbessern, sodass die gesamte Belegschaft davon nur profitieren kann. 

Zudem bietet die Beschäftigung von Arbeitnehmern mit Behinderung neben dieser sozialen Komponente auch bemerkenswerte Chancen für die Kommunikation nach außen. Denn es ist so, dass sich ein solches Engagement anbietet, um ein Unternehmen überzeugend zu positionieren. Gerade in der heutigen Zeit werden Unternehmen besonders unter die Lupe genommen. Zu Recht wird gefordert, dass sie in Sachen Diversity und Inklusion Haltung zeigen. Die Förderung von Arbeitnehmern mit Behinderung ist daher von einer höheren Dringlichkeit als je zuvor.  

Barrierefreie Arbeitsplätze als Chancenöffner  

Personen, die eine Geh- oder Stehbehinderung haben oder im Rollstuhl sitzen, verfügen nur über einen eingeschränkten Greifraum. Das bedeutet, dass für den Arbeitnehmer mit Behinderung Beugen oder Strecken nicht mehr möglich ist und er alle Gegenstände ab einer Armlänge Entfernung nicht mehr greifen kann. Generell haben diese Personen Schwierigkeiten dabei, beim Greifen große Distanzen zu überwinden. Bei solchen Bewegungen ist es nämlich notwendig, den eigenen Rumpf mitzubewegen. Da solche Greifbewegungen bei Montagearbeiten häufig sind, würden sie entsprechend das Risiko von Muskel- und Skeletterkrankungen deutlich erhöhen. Hierbei werden Schultern und Rücken in einem großen Maße belastet. 

Mit einer individuell verstellbaren Materialausrichtung, wie sie barrierefreie Arbeitsplätze bieten, lässt sich dies effektiv verhindern. Arbeitshilfen wie Schwenkarme ermöglichen die Platzierung von Material direkt in der Einhandzone: Damit wird jene Zone bezeichnet, in der sich Objekte befinden, die während der Arbeitsprozesse oft benötigt werden. In der Beidhandzone hingegen, die sich direkt vor dem Mitarbeiter befindet, findet der konkrete Montageprozess statt. Die Individualität jedes Menschen schlägt sich darin nieder, dass die Einhand- und Beidhandzone individuell ausfallen. Bei barrierefreien Arbeitsplätzen ist daher die Möglichkeit essenziell, Einstellungen flexibel vornehmen zu können. Am Aspekt der Körpergröße wird dies besonders deutlich: Aus diesem Grund gehört ein höhenverstellbarer Arbeitstisch zu den elementaren Bestandteilen einer Arbeitsumgebung, die behinderte Arbeitnehmer optimal unterstützt.

Sie interessieren sich für Ergonomie und Barrierefreiheit? Dann haben wir etwas für Sie: Abonnieren Sie doch einfach den item Blog über die Box oben rechts!