So wird die Poster-Session digital

18. Jul 2018 item Redaktion

Poster-Session auf der 6. Internationalen Konferenz des Exzellenzclusters „Tailor-Made Fuels from Biomass“Wie ein bewährtes Konferenz-Format eine zeitgemäße Modernisierung erhält. 

In der gesamten Hochschullandschaft sind Fachkonferenzen und Tagungen gleichermaßen häufige wie beliebte Ereignisse. Auch hier gilt im allerbesten Sinne das bekannte Motto „Sehen und gesehen werden“: Man besucht und hält Vorträge, tauscht sich aus und knüpft vielversprechende Kontakte zu anderen Forschern. Hierbei kommt auch ein Konferenz-Format zum Tragen, das zwar außerhalb der MINT-Fächer weniger bekannt, dafür jedoch außerordentlich effektiv ist: Bei einer Poster-Session positionieren sich (Nachwuchs)-Wissenschaftler vor einem Poster mit ihren Forschungsergebnissen. Hierbei steht vor allem die grafische Aufbereitung im Vordergrund. Im Idealfall entsteht so eine anregende Diskussion mit den Besuchern. Inzwischen widmet sich sogar ein eigener Blog den Poster-Sessions. Für Armin Eggert, der als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Fluidverfahrenstechnik der RWTH Aachen tätig ist, haben die eingesetzten Poster jedoch dringend ein digitales Update nötig. 

 

Digitale Technik für die Ergebnispräsentation 

Auch Herrn Eggert fiel über die vergangenen Jahre auf, wie Poster-Sessions zunehmend an Beliebtheit gewannen. So wurden an seiner Hochschule 2017 eigens für die besagten Sessions rund 1800 Poster gedruckt. Gleichzeitig bemerkte er eine auffällige Diskrepanz: „Ich habe mich immer gefragt, warum man das Ganze nicht einfach digital bewerkstelligt. An unserem Institut etwa führen wir viele Simulationen von Prozessen und technischen Anlagen durch und nehmen bei Experimenten Videos auf. Auf Papier lässt sich das nicht darstellen, da geht leider viel verloren.“ Einen weiteren Vorteil sieht Armin Eggert in der gebotenen Flexibilität der digitalen Technik. Anders als auf analog gedruckten Postern lassen sich die Inhalte ohne großen Aufwand bis kurz vor der Präsentation anpassen.

Bisher waren zwar vereinzelt digitale Poster auf Poster-Sessions zu sehen – doch die Displays waren stets zu klein und mit einer zu geringen Auflösung. Schließlich befinden sich die Besucher während der Präsentation ungefähr einen halben bis ganzen Meter von den Displays entfernt und müssen zudem komplexe Fachinformation verarbeiten. Üblicherweise werden die analogen Posten daher im auch bei einer gewissen Distanz noch sehr gut lesbaren Format DIN A 0 (84,1 cm x 118,9 cm) gedruckt.

„Angesichts der rasanten technischen Entwicklung kommt man jedoch mit einer Auflösung von 4K, also 3840 × 2160 Pixel, gut an die Papierqualität ran. Und die Bildschirme sind deutlich größer geworden, 65 Zoll Diagonale bieten jetzt sogar 20 % mehr Platz als ein Papierposter in DIN A 0“, betont Herr Eggert. Es war also klar, dass ein solches Display zum Einsatz kommen musste. Als nächstes stellte sich die Frage nach der Mobilität: Wie bekommt man das Material für die digitale Poster-Session am besten transportiert? Eine Lösung, die man immer wieder demontiert und neu aufgebaut werden muss, war keine Option. Ebenso schienen die „Stolperfallen“ vor Ort, wie fehlende Steckdosen oder Kabel, problematisch. 

 

Bewährtes Material, digitale Planung

Schließlich kam dem Ingenieur die zündende Idee: „Warum realisieren wir das Ganze nicht mit einem Akkusystem, das im Posterwagen verbaut ist, und setzen das Ganze auf Rollen?“ Als es um die Gestaltung des entsprechenden Gestells ging, lag der Name item aufgrund zahlreicher positiver Erfahrungen in der Vergangenheit einfach nahe: „Wir arbeiten hier bei uns in der Hochschule gerne mit dem item Material. Daher kam uns recht schnell die Idee, das damit zu machen.“ Daher basiert die Konstruktion nun auf unserem Profil 8. Zuvor schlossen derartige Projekte Handzeichnungen, Ausmessungen und Bearbeitungen des Materials durch die mechanische Werkstatt des Instituts mit ein. 

Hier kam jedoch für sie zum ersten Mal das Online-Werkzeug item Machiningtool zum Einsatz, was die Arbeit stark vereinfachte. Insbesondere die Möglichkeit, bestehende abgespeicherte Projekte direkt aufzurufen und weiterzubearbeiten sowie die Unabhängigkeit von zusätzlicher Software kamen gut an. Durch seine Rollen lässt sich der fertige Posterwagen nun bequem an die passende Stelle bewegen, während der Akku mit einer Leistung von bis zu 36 Stunden für die angenehme Unabhängigkeit von lokalen Stromquellen sorgt. Die Daten für die Präsentation lassen sich per angeschlossenem Laptop oder USB-Stick übertragen und intern abspeichern. Möglich ist die Nutzung aller gängigen Office-Programme, wobei in Sachen Präsentation vor allem PowerPoint eine Rolle spielt. 

 

Praktischer Verleih für digitale Poster-Sessions 

Auch eine konkrete Geschäftsidee gibt es längst schon. So ist ein Verleih für die digitalen Wagen für Poster-Sessions angedacht. Möglich wäre etwa folgendes Verfahren: Ein LKW voller Displays fährt von Konferenz zu Konferenz – fünf Posterwagen à 2 Displays, also 10 digitale Poster, passen auf eine Europalette. Die Reservierungen und Uploads erfolgen für die Kunden ganz bequem via Online-Plattform. Auch kurz vor Veranstaltungsbeginn können sie dann noch schnell und bequem Änderungen an ihren Texten und Abbildungen vornehmen. Auch vor Ort ist der Aufbau denkbar einfach: Kabel müssen ja gar nicht erst verlegt werden. Derzeit ist Armin Eggert übrigens auf der Suche nach Kooperationspartnern. Wir sind jedenfalls gespannt, wie sich das innovative Projekt weiterentwickelt. 

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