Schreiben lernen in der Grundschule geht auch anders

10. Okt 2018 item Redaktion

Schlechte Angewohnheiten beim Schreiben mit der Hand lassen sich später nur schwer korrigieren. Was tun? 

Ihren einstigen Status hat die Handschrift längst verloren. Während man früher Stift und Notizblock zückte, geben heute Smartphones, Tablets und Laptops den Ton an. Das ist zweifellos praktisch, doch dabei gerät schnell die tiefere Bedeutung der Handschrift aus dem Blick. So ist sie nicht nur unverwechselbarer Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Bei einer Studie wurde nachgewiesen, dass bei Probanden, die sich handschriftliche Notizen machten, mehr Gehirnregionen aktiv waren als bei solchen, die auf eine Tastatur zurückgriffen. Motorik und Gedächtnis scheinen also aufs engste verbunden zu sein. 2015 ergab eine Umfrage des Deutschen Lehrerverbandes und des Schreibmotorik-Instituts unter Lehrkräften, dass nur 20 Prozent der Schülerschaft an weiterführenden Schulen eine akzeptable Handschrift aufweist. Weiter hieß es, nur 38 Prozent könnten länger als 30 Minuten beschwerdefrei schreiben. Schreiben lernen in der Grundschule kommt also grundlegende Bedeutung zu. Ein Projekt aus den Niederlanden hat jetzt eine innovative Maßnahme gegen Schreibprobleme vorgestellt.

Frühzeitig die richtigen Handbewegungen ausführen  

Der von Studenten der Haagse Hogeschool und der TU Delft gemeinsam entwickelte Schreibroboter „Sqriba“ setzt darauf, durch automatisch wiederholte Bewegungen das handschriftliche Schreiben zu verbessern. Philip Schara war einer dieser engagierten Studenten und hat mit seinem jungen Unternehmen Jemax Robotics das Projekt weiterentwickelt. „Eigentlich ist es ein einfaches Prinzip. Kontinuierlich wiederholte Bewegungen prägen sich ein. In diesem Zusammenhang spricht man auch vom sogenannten Muskelgedächtnis“, sagt Herr Schara. Wer sich also früh ein chaotisches oder fehlerhaftes Schriftbild angewöhnt (salopp als „Sauklaue“ bezeichnet), wird es nur schwer wieder los. Sqriba soll eingesetzt werden, um dies von vornherein zu verhindern oder bestehende Fehlhaltungen gezielt zu korrigieren.  

Hierbei orientieren sich die Schüler an einem speziellen Stift, an dessen Ende ein kleiner Ball aus Metall angebracht ist. Besagter Stift wird nicht von den Kindern, sondern durch einen kleinen, aber sehr starken Magneten automatisch gesteuert. Dieser befindet sich unter der Tischplatte, die ebenfalls fest zum Sqriba-Aufbau gehört. Auf einem kleinen Touchscreen sehen sie zudem den jeweiligen Buchstaben, den sie gerade mit dem Magnetstift ausführen, in seiner optimalen Form. Durch diese neuartige Kombination von motorischen und visuellen Eindrücken entsteht ein neuartiges Lernerlebnis. So können die Grundschüler mit aufregender Technik experimentieren und gleichzeitig die absolut korrekte Schreibweise von Buchstaben erlernen. 

So macht Schreiben lernen Spaß 

Für das alle Einzelelemente verbindende Grundgerüst kam die Profiltechnik des MB Systembaukastens von item zum Einsatz. Aus seinem Maschinenbaustudium war Philip Schara deren Flexibilität durch zahlreiche Projekte gut vertraut. Ihre Vorzüge zeigte die Profiltechnik von item wie erhofft auch im Einsatz für den Schreibroboter: „Gerade am Anfang der Arbeit an Sqriba haben wir stark von der Modularität von item profitiert. Wir konnten viele neue Ideen und Konzepte ausprobieren, ohne uns irgendwie einschränken zu müssen.“ Daneben gab es noch einen weiteren, ganz pragmatischen Grund, der für item sprach. „Es ist natürlich auch ein schöner Zufall, dass die niederländische Niederlassung von item nur 200 Meter von der Haagse Hogeschool entfernt liegt“, sagt Herr Schara mit einem Augenzwinkern. 

Sqriba wurde bereits an drei niederländischen Grundschulen erfolgreich getestet. Dazu zählt auch die Schule De Boeier in Lelystad. Zwanzig Viertklässler konnten dort ihre Schreibprobleme aktiv angehen. Ihre Schwierigkeiten beim Schreiben lernen sind alles andere als selten: Buchstaben fallen zu groß oder zu klein aus, der Stift wird nicht korrekt mit den Fingern gehalten oder die Schüler sind des Schreibens überhaupt nicht mächtig. Mit täglichen Übungen auf dem Sqriba konnten die Schüler ihre Handschrift deutlich verbessern. Klassenlehrerin Ellen de Jong zeigt sich angetan: „Ich kann eindeutige Fortschritte erkennen, die Handschrift der Kinder ist regelmäßiger. Und das Schreiben macht ihnen einfach mehr Spaß.“ Weitere Tests sind demnächst in niedrigeren Klassen geplant, etwa um an der Schreibgeschwindigkeit der Schüler zu feilen. In den niederländischen Handel kommt der Sqriba im September 2018. 

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