Rasante Bühnentechnik im Grazer Theater Lechthaler-Belic

27. Jun 2018 item Redaktion

Bretter, die die Welt bedeuten: Ohne sie geht im Theater nichts. Aber ebenfalls nicht zu unterschätzen ist eine praktikable Lösung für nahtlose Bühnenbildwechsel.

Auch jenseits von staatlicher Förderung und opulent ausgestatteten Stadttheatern gibt es eine äußerst lebendige Theaterszene. Zu den schönsten Beispielen in Österreich zählt das Passionsprojekt der beiden Schauspieler und Theatermacher Nikolaus Lechthaler und Rosie Belic: Ihr privates Theater Lechthaler-Belic (Le-Be) in Graz setzt auf humorvolle Stücke mit Niveau und einen charakteristischen reduzierten Inszenierungsstil. Seit 2008 befindet sich das Theater im Gebäude einer ehemaligen Bäckerei, das in liebevoller Detailarbeit renoviert wurde. Nun finden darin 80 Zuschauer und eine Bühne von 6 mal 6,5 Metern Platz. Bislang setzte man bei der Bühnentechnik auf Holz. Doch als für ein neues Theaterstück in hoher Frequenz Bühnenwechsel ohne Zuhilfenahme des Vorhangs nötig waren, musste dringend eine Alternative her. 

Eine überaus „dramatische“ Herausforderung 

„Meine Idee war, dass ein Wagen von der Seitenbühne hereinfährt und ein anderes Bühnenbild zeigt“, erklärt Nikolaus Lechthaler. Neben dem zwangsläufig enggesteckten Budget gab es bei der Suche nach einer Lösung jedoch weitere Einschränkungen. Zum einen war Stabilität gefragt, da das Gewicht der Schauspieler keine Rolle spielen und auch ihr Spiel nicht beeinträchtigt werden durfte. Hinzu kam die personelle Situation: „Wir bauen alles selbst zusammen, es gibt bei uns keine Handwerker oder Bühnenarbeiter“, sagt Herr Lechthaler. Durch die Empfehlung eines Förderabonnenten kam zunächst die Option einer Stahllösung für die Bühnentechnik ins Spiel. Sie stellte sich jedoch bald als unpraktikabel heraus, da der Abbau nicht wie angenommen möglich gewesen wäre. Über denselben Kontakt ergab sich daraufhin über ein paar Ecken die Verbindung zur Grazer Niederlassung unseres österreichischen Vertriebspartners Haberkorn

Alfons Wernig, bei Haberkorn als Werkstättenleiter Profilsysteme tätig, erkannte direkt das Potenzial und stattete dem stadtweit bekannten Theater Lechthaler-Belic einen Besuch ab. Schnell wurde deutlich, dass die auf den ersten Blick einander fremden Bereiche der Technik und Theaterkunst bestens harmonieren können. Hier spielte nicht zuletzt die persönliche Ebene eine entscheidende Rolle, wie Nikolaus Lechthaler betont: „Wir haben einfach festgestellt, dass wir auf einer Wellenlänge liegen. An dem Tag ist viel entstanden.“ Dem kann Herr Wernig nur beipflichten: „Das hat einfach gut gepasst. Und man hat ja schließlich nicht jeden Tag die Möglichkeit, dass das, was man in der Werkstatt zusammenbaut, dann von so vielen Menschen gesehen wird.“ 



Bühnentechnik als Brücke zwischen zwei Welten

Bei den Aufführungen der erfolgreichen französischen Boulevardkomödie „Trennung auf Bestellung“ (Titel in Deutschland: „Trennung frei Haus“) aus der Feder von Tristan Petitgirard sind die Zuschauer regelrecht verblüfft: „Das gibt’s nicht! Wo kommt das her?“ Aus dem Dunkel des Saals kommt die durch punktuelle Beleuchtung besonders hervorgehobene Bühne von der Seite hereingefahren – natürlich inklusive Schauspieler, wie gewünscht. In dieser Form erwartet das freilich niemand in dem kleinen Theater. Das Geheimnis dahinter: Für den gleichermaßen spektakulären wie effektiven Auftritt wurde eine Laufrollenführung mit Kettenantrieb (Lineareinheit LRE 8 D14 80x40 KU 80) als fahrbare Bühne konstruiert und gebaut. 

Der Aufbau der Bühne entstand ebenfalls mit item Komponenten. Auf dem Untergestell kann der Bühnenwaage laufend in beide Richtungen bewegt werden. So ist die Bühne einmal mit fahrbarem Aufbau zu sehen und verschwindet kurz darauf wieder im seitlichen Anbau. Sie ist zudem so konzipiert, dass sie jederzeit zur Seite geklappt werden kann. Auch für Alfons Wernig von Haberkorn war das Projekt ein besonderes Highlight: „Das ist eine tolle Möglichkeit, zu sehen, wie begeisterungsfähig unsere Mitarbeiter sind. Meine Mitarbeiter haben die Planung und Realisierung sogar freiwillig in ihrer Freizeit durchgeführt.“ Das Projekt wurde durch das Team laufend betreut und gewartet. So konnte dem Publikum ein ungestörtes Theatervergnügen geboten werden. Weitere gemeinsame Projekte sind bereits in Arbeit.

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