Die kleinste Waschstraße der Welt

27. Jul 2016 item Redaktion

Ein schicker schwarzer Sportwagen durchläuft eine Waschstraße. Es folgen Seifenblasen und fetzige Musik: „At the car wash!“

Wenn man allerdings genauer hinschaut, erkennt man es. Das ist doch ein Spielzeugauto! In der Tat: Hier geht es zwar um eine voll funktionstüchtige Waschstraße, doch im Maßstab 1:10. Sie ist das Produkt einer länderübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem Robert-Bosch-Berufskolleg (Duisburg) und ROC Nimwegen. Jeweils 20 Auszubildende aus den Niederlanden und aus Deutschland machten sich in gemischten Teams ans Werk, um am Ende eine Jury von der Qualität ihrer Waschstraßen im Miniaturformat zu überzeugen. Die Basis der Konstruktionen war in allen Fällen unser MB Systembaukasten.

Zusammenarbeit über Grenzen hinweg

Initiiert wurde das Projekt von der „Ler(n)enden Euregio“. Ausgangspunkt ist der Umstand, dass viele Mechatroniker und Elektriker nahe der deutsch-holländischen Grenze Kunden im jeweiligen Nachbarland betreuen. Dabei wird in den meisten Fällen auf die internationale Techniksprache Englisch zurückgegriffen. Sowohl für deutsche als auch niederländische Auszubildende ist es daher entscheidend, den Umgang mit Gesprächspartnern auf der anderen Seite der Grenze zu erlernen. Dies betrifft die direkte Kommunikation und Kulturunterschiede im Allgemeinen. Nachdem die Vorjahresrunde in Duisburg stattfand, ging es dieses Mal ins Land der Grachten und Windmühlen. 

Doch was ist eigentlich eine Euregio? Es handelt sich dabei um einen grenzüberschreitenden Kooperationsverbund. Er dient der gegenseitigen Förderung in wirtschaftlichen und kulturellen Belangen. Der Ler(n)enden Euregio geht es konkret um die Euregio Rhein-Waal. Damit ist das Grenzgebiet zwischen Arnheim, Nimwegen, Kleve, Wesel und Duisburg gemeint. In diesem Fall bemüht sich der Verbund aus Berufsschulen, Ausbildungsbetrieben und staatlichen Einrichtungen darum, Auszubildende mit der Arbeitswelt des Nachbarlandes vertraut zu machen. Dies verschafft ihnen nicht nur wertvolle interkulturelle Kompetenz, sondern später auch größere Chancen auf dem europäischen Arbeitsmarkt.

Doppeltes Know-how für den Waschstraßenbau

Die Aufgaben innerhalb der gemischten Teams waren klar verteilt. Während die angehenden Mechatroniker aus Duisburg Programmierung und Steuerung übernahmen, waren die holländischen Maschinenbauer in spe für die Waschstraßenmodule zuständig. Als Grundvoraussetzung galt von vornherein, dass alle Waschstraßen kompatibel mit den Steuerungssystemen des Nachbarlandes sein mussten. Ansonsten konnten sich die Teams ganz ihrer Kreativität hingeben, was zu bemerkenswerten Ergebnissen geführt hat.

Am 4. Juli 2016 kam es in Nimwegen zu einem waschechten Showdown. Hier mussten die deutsch-niederländischen Teams versuchen, ihre Waschstraßen an ein fiktives Unternehmen zu verkaufen. Eine aus Lehrern und Ausbildern bestehende Jury prüfte dabei zunächst die Waschstraßen auf Funktionstüchtigkeit, Reinigungswirkung und Design. Daneben spielten auch Aspekte wie Ausstrahlung, Demonstrationsfähigkeit und Kommunikation der Jugendlichen eine entscheidende Rolle. Angesichts der Begeisterung aller Beteiligten ist eine Fortsetzung nur Formsache. Zunächst steht voraussichtlich aber erst einmal ein Projekt des ROC Nimwegen mit dem Berufskolleg Rheydt-Mulfort in Mönchengladbach an.

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