Mit Profiltechnik zum Sieg: Aachener Studenten gewinnen ChemCar-Wettbewerb

21. Okt 2015 item Redaktion

Auf dem Jahrestreffen der Fachgemeinschaft für Fluiddynamik und Trenntechnik in Bamberg fand Anfang September das Finale des 10. ChemCar-Wettbewerbs statt.

Mannschaften von sieben Universitäten aus allen Teilen Deutschlands und ein polnisches Team bildeten ein bunt gemischtes Starterfeld. Beste Voraussetzungen also für einen spannenden Wettbewerb, um mit einem originellen Konzepte für chemisch oder biochemisch angetriebene Fahrzeuge um den Sieg zu ringen. Das Team der RWTH Aachen wurde dabei nicht nur von uns gesponsert, sondern entwickelte aus unseren Aluminiumprofilen auch das Grundgerüst seines Fahrzeugs.

Innovative ChemCar-Konzepte

Im Rahmen des ChemCar-Wettbewerbs stellen die teilnehmenden Teams die von ihnen entwickelten Fahrzeuge mit innovativen Antriebskonzepten vor und lassen sie in einem Rennen gegeneinander antreten. Sicherheit, Kreativität und Reproduzierbarkeit stehen dabei im Fokus des Wettbewerbs. Veranstalter sind die „kreativen jungen Verfahrensingenieure“ (kjVI), der Verein Deutscher Ingenieure (VDI-GVC) und die Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. (DECHEMA).

Zusätzlich wird das Konzept des Teams und die Sicherheit der Fahrzeuge durch eine Jury aus Sponsoren bewertet. Das Team der RWTH Aachen namens „Aixtreme VelociTeam“ arbeitete seit Januar diesen Jahres am Institut der Aachener Verfahrenstechnik an der Ausarbeitung und Umsetzung seines komplexen ChemCar-Konzepts. Dies erfolgte interdisziplinär unter der Mitwirkung von acht Studierenden der Fachrichtungen Verfahrenstechnik und Konstruktionstechnik des Studiengangs Maschinenbau.

Lösung für ein häufiges Problem

Für das Aixtreme VelociTeam bestand der größte Anreiz darin, ein Getriebekonzept zu entwickeln, das ein bekanntes Problem der vergangenen ChemCar-Wettbewerbe löst. Durch Unebenheiten oder veränderte Bedingungen des Bodens - viele Teams scheiterten in den letzten Jahren am hohen Anfahrmoment und konnten somit keine Punkte in den Läufen holen. Daher setzte das Aachener Team auf ein stufenlos veränderliches Getriebe („Continuously Variable Transmission“ = CVT).

Dieses Getriebe übersetzt beim Start des Fahrzeugs die hohen Drehzahlen in ein hohes Moment. Ein Fliehkraftregler übernimmt dann die Regulierung. Das ChemCar, das auf den Spitznamen „Lisbeth“ hört, wird durch eine katalytische Zerlegung von Wasserstoffperoxid angetrieben. Bei der Zerlegung entsteht Sauerstoff, wobei durch den so entstehenden Druck Wasser aus einem Tank verdrängt wird. Über Düsen gelangt dieses Wasser auf eine Pelton-Turbine, die den Wasserdruck in rotatorische Energie umsetzt und an das Getriebe und letztendlich die Reifen weiterleitet.

Heiß umkämpftes Rennen

Im direkten Vergleich der ChemCars traten die Teams der TU Braunschweig, HAW Hamburg, TU Dortmund, TU Clausthal, RWTH Aachen, FH Münster, TU Łódź (Polen) und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gegeneinander an. Ziel war es, eine am Wettbewerbstag ausgeloste Strecke zwischen fünf und 20 Metern und ein ausgelostes Zusatzgewicht von bis zu 30 Prozent in zwei Läufen zu bewältigen. Es wurde eine Strecke von 8,50 m ausgelost, die mit einem Zusatzgewicht von 15 Prozent zurückgelegt werden sollte. Es zählte von den beiden Versuchen der jeweils kleinste Abstand zur Zielmarke.

Direkt im ersten Anlauf fuhr das ChemCar der RWTH Aachen mit 8,18 m nah an die vorgegebene Distanz heran und übernahm zunächst die Führung. Im zweiten Durchlauf steigerte sich jedoch das ChemCar der FH Münster und fuhr noch ein Stück näher an die Ziellinie. Die Münsteraner lagen somit nach dem zweiten Versuch in Führung. Allerdings konnte das Aachener Team durch sein innovativeres Verfahren, Umweltfreundlichkeit und das Sicherheitskonzept überzeugen und auf diesem Wege die entscheidenden Punkte zum Sieg erlangen. Hinter der FH Münster konnten sich das KIT Karlsruhe und die polnischen Gäste platzieren. Für unsere Aachener war es bereits der zweite Sieg in Folge. Ein Preisgeld von 2.000 Euro gab es für die Mannschaft um Leiterin Marie Fartmann obendrein. 

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