3 Dinge, die Sie über Industrie 4.0 wissen sollten

31. Aug 2016 item Redaktion

Industrie 4.0: Das sollten Sie unbedingt wissen! Zum Einstieg oder Wiederauffrischen: Das Wesentliche der vierten industriellen Revolution.

Es gibt heutzutage in unserer Branche vermutlich kein Schlagwort, das so oft fällt wie „Industrie 4.0“. Dabei wird häufig das genaue Verständnis einfach vorausgesetzt. Bei anderen, damit zusammenhängenden Begriffen wie „Internet der Dinge“ ist es nicht wesentlich anders. Aber was hat es damit eigentlich auf sich? Welche Prinzipien kommen zum Einsatz? Welche Rolle spielt der Mensch eigentlich dabei? Um diese Fragen zu beantworten, rücken wir drei Aspekte in den Fokus, die aus unserer Sicht essenziell sind.   

1. Industrie 4.0 ist eine konsequente Weiterentwicklung 

Der Begriff Industrie 4.0 wurde erstmals bei der Hannover Messe 2011 vorgestellt. Er entstammt einer gleichnamigen Initiative der Bundesregierung im Rahmen der umfassenden Hightech-Strategie. Damit bezeichnet man sowohl die vierte Stufe der Industrialisierung als auch ein konkretes Zielvorhaben. Die bisherigen industriellen Revolutionen sind bekannt. Während die erste Phase der Industrialisierung durch die Mechanisierung (Stichwort: Webstuhl) eingeläutet wurde, erfolgten die nächsten Stufen durch Massenfertigung und die Einbindung von Computern in den Produktionsprozess.

Was unterscheidet aber nun Industrie 4.0 von der vorherigen Phase der Industrialisierung? Hier geht es, auf einen Nenner gebracht, um Vernetzung – zwischen Menschen und Maschinen und Maschinen untereinander. Wesentliches Ziel ist die Verbindung zweier Prinzipien, die eigentlich strikte Gegensätze sind: Fließbandproduktion und individueller Fertigung. Dies wird auch als Mass Custumization bezeichnet, was sich mit „individualisierte Massenfertigung“ übersetzen lässt.

2. Auf die Smart Factory läuft alles zu

Anhand der Smart Factory wird die eher abstrakte Idee der Industrie 4.0 greifbar. Hierbei kommt das Internet der Dinge zum Tragen. Das bedeutet nichts anderes, als dass nicht-menschliche Akteure miteinander kommunizieren. Dazu gehört beispielsweise die Mitteilung einer Anlage, dass sie neues Material benötigt, woraufhin sie diese Information eigenständig weiterleitet. Dabei erfolgt die Kommunikation zwischen den Dingen via Internet beziehungsweise Cloud. Alle beteiligten Dinge werden durch einen Software-Agenten repräsentiert.

Dadurch wird auch das Problem gelöst, dass Werkstücke nicht über die technischen Voraussetzungen für die digitale Kommunikation verfügen. In der Anwendung des Internets der Dinge spricht man auch von „cyber-physischen Systemen“ (CPS). Es steht also das Werkstück auf der physischen und der Software-Agent auf der digitalen Seite. Der Mensch wiederum greift aktiv ein, indem er – etwa mit mobilen Endgeräten – Prozesse überprüft oder einzelne Parameter verändert. Mögliche Ängste des Mittelstands vor Industrie 4.0 sind übrigens unbegründet: Bestandsanlagen müssen in den meisten Fällen nicht ersetzt werden, da sie oft ohne größeren Aufwand nachgerüstet werden können, um sich mit der IT auszutauschen.

3. Industrie 4.0 setzt weiter auf den Menschen

Angesichts der Zukunftsvisionen, welche die Industrie 4.0 heraufbeschwört, könnte man ja zunächst meinen, dass Arbeitnehmer um ihre Jobs bangen müssten. Bilder aus diversen Science-Fiction-Filmen kommen einem in den Sinn. Diese und ähnliche Befürchtungen sind durchaus verständlich, letztlich jedoch unbegründet. Natürlich wird sich die Art und Weise der Arbeit in Zukunft verändern. Es läuft allerdings nicht auf die Ersetzung des Menschen durch intelligente Maschinen hinaus – er wird hingegen vor komplexere Aufgaben gestellt.

Mitarbeiter in der Industrie sind stärker denn je gefordert, interdisziplinär zu denken, rasch und auf eigene Verantwortung Entscheidungen zu treffen und sich in komplexe Prozesse einzuarbeiten. Damit gehen zudem eindeutige Vorteile für den Wirtschaftsstandort Deutschland einher. Unser Land verfügt über hochqualifizierte Arbeitskräfte und wird in dieser Hinsicht auch weiterhin gut aufgestellt sein. Vor seinen (zukünftigen) Roboterkollegen braucht also niemand Angst zu haben.

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