Praktikum bei Directech: Eine neue Chance

20. Jul 2016 item Redaktion

Bei unserem südafrikanischen Partnerunternehmen lernen die Praktikanten nicht nur Wichtiges für den Job, sondern auch für das Leben.

Directech ist unser exklusiver Vertriebspartner in Südafrika. Das in Johannesburg ansässige Unternehmen hat sich auf Automation, industrielle Roboterlösungen und Werkzeugbau spezialisiert. Dieses Jahr durchlaufen dort 16 Schüler und Studenten ein neukonzipiertes, engagiertes Praktikumsprogramm. Sie kommen aus den Bereichen Maschinenbau, Marketing und Betriebswirtschaft. Dabei handelt es sich um ein praxisbezogenes „Training on the Job“. Im Folgenden schauen wir uns das Konzept an und stellen zwei Teilnehmer genauer vor.

Der Jugend Mut machen 

Trotz intensiver Bemühungen ist die Jugendarbeitslosigkeit in Südafrika erschreckend hoch. 2015 lag sie bei 51,5 Prozent (Männer: 47,1 Prozent; Frauen: 56,9 Prozent). Dessen ist sich Directech vollauf bewusst und möchte seiner gesellschaftlichen Verantwortung unbedingt gerecht werden. Jedem Praktikanten sind zwei Personen zur individuellen Betreuung zugeteilt. Zum einen ein Abteilungsleiter als Vorgesetzter, zum anderen ein Ansprechpartner aus dem Business Development als Mentor. Den Mentorengedanken nimmt Directech sehr ernst. Aus diesem Grund werden die Praktikanten ausdrücklich ermutigt, selbst aktiv zu werden und Jüngeren als Vorbild zu dienen. Damit sind auch ausdrücklich jüngere Familienmitglieder gemeint, die oft weiter entfernt in besonders strukturschwachen Regionen leben. 

Eine virtuelle Firma

Kern des Programms ist die Arbeit in einer fiktiven Firma. Fiktiv bedeutet hier, dass sie nicht eingetragen ist und auch keine Produkte verkauft. Hierbei handelt es sich aber keinesfalls um eine Spielerei, ganz im Gegenteil: Das Unternehmen wird intern so behandelt, als würde es tatsächlich existieren.Jeder Teilnehmer übernimmt die Rolle eines Abteilungsleiters, passend zu seinen Kenntnissen, und verfügt über entsprechende Befugnisse. Um diesen gerecht werden zu können, gibt es parallele Weiterbildungsmaßnahmen. Auf dem Programm stehen unter anderem die Punkte Social Skills, Finanzen, Ethik und Etikette. Jeder Teilnehmer aus dem Bereich Maschinenbau muss zudem ein Produkt auswählen, das er dann intensiv betreut.

Nachdem es realisiert wurde, geht es an die Erstellung eines Businessplans. Insbesondere dieser Punkt weist einen hohen Praxisbezug auf. Sollte es Directech nicht möglich sein, Praktikanten zu übernehmen, sollen sie tatkräftig auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleitet werden. In diesem Sinne ist das fiktive Unternehmen dazu gedacht, die Praktikanten fit für die Zukunft machen – für ihre eigene und die des Landes Südafrika. Genauer gesagt: Als zukünftige Unternehmer, die Arbeitsplätze schaffen.

Zwei Praktikanten in Nahaufnahme

Lenny Matome Ramaselele hat es bei seinem Praktikum weit gebracht. So ist er nicht nur zum Assistenten des Produktmanagers für unsere Profile aufgestiegen. Daneben fungiert er inzwischen auch als Geschäftsführer der fiktiven Firma und wurde bereits zweimal am Directech-Messestand eingesetzt. Zunächst sah es jedoch alles andere als gut für ihn aus: Lenny schien wie vom Pech verfolgt zu sein. Kaum in Johannesburg angekommen, wurde er ausgeraubt und dabei auch noch verletzt. Intensive Einzelgespräche und schrittweises Heranführen an größere Aufgaben haben jedoch sein Selbstvertrauen immer mehr gestärkt. Jetzt stellt er sein Licht nicht mehr unter den Scheffel und entfaltet sein ganzes Potenzial.

Auch Ayanda Mqamzana hatte es nicht leicht. Trotz einer Ausbildung in der Automatisierungstechnik konnte sie zuvor kaum in diesem Bereich arbeiten und musste sich durchschlagen. In Südafrika ist es generell äußerst schwierig, als Frau in dieser männlich dominierten Branche Fuß zu fassen. Hinzu kam, dass Ayandas Familie früher von ihrer Arbeit als einziger Einkommensquelle abhängig war. Wenn also das Gehalt einmal etwas zu spät überwiesen wurde, war das heikel, weil so viel davon abhing. Nachdem Ayanda bei Directech einen Wiederauffrischungskurs in Sachen Automation durchlaufen hatte, konnte sie endlich zeigen, was alles in ihr steckt. Ihr Durchhaltevermögen und Wissenshunger werden von ihren Kollegen ungemein geschätzt.  

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