TU München meets Hyperloop: Innovativer Ingenieur-Nachwuchs

25. Okt 2017 item Redaktion

Studenten der TU München geben der Vision von einem schnellen Röhren-Transportsystem für Personen und Fracht konkrete Formen.

An kühnen Visionen für die Mobilität der Zukunft mangelt es dem amerikanischen Milliardär Elon Musk gewiss nicht. Einige davon, wie die alltagstauglichen Elektroautos der Marke Tesla, sind schon heute verfügbar. Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX soll zukünftig durch wiederverwendbare Raketen nicht nur helfen, den gefährlichen Weltraumschrott in der niedrigen Erdumlaufbahn zu reduzieren, sondern auch in naher Zukunft Menschen zum Mars bringen. Ganz irdisch, aber nicht weniger ambitioniert wirkt dagegen das SpaceX-Projekt „Hyperloop“: Ähnlich einer Rohrpost sollen bald Personen- und Fracht-Kapseln die Ballungsräume an der amerikanischen Westküste mit Schallgeschwindigkeit verbinden. In einem Studentenwettbewerb zum Hyperloop mischt die TU München ganz vorne mit. 

Hyperloop: Schweben bei Unterdruck

Das Antriebskonzept des Hyperloops basiert auf der Technik von Magnetschwebebahnen wie dem Transrapid. Elektromagneten ziehen die Kapseln entlang der Fahrspur und halten sie dabei in einem Schwebezustand. Gleichzeitig wird innerhalb der Röhre ein Vakuum erzeugt. Beides zusammen minimiert die auf die Kapsel einwirkenden Reibungswiderstände und soll im Alltag Geschwindigkeiten von 1200 km/h ermöglichen. Aus diesem Grund arbeiten unter dem Begriff Hyperloop aktuell weltweit verschiedene Forschungseinrichtungen und Unternehmen an Konzepten für einen alltagstauglichen Einsatz der Technik. Mittelfristig könnten sich Hyperloops so zu einer Alternative für Kurzstreckenfüge entwickeln. 

Um dorthin zu kommen, setzt SpaceX bislang in erster Linie auf die Innovationskraft von Hochschulen und richtet seit 2015 jährliche Studentenwettbewerbe zum Hyperloop aus. An vorderster Front dabei: die Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt (WARR) der TU München. Das aktuell mehr als 35 Personen starke Team setzt sich aus Studenten der unterschiedlichsten Fachbereiche zusammen. Aus den mehr als 700 eingereichten Entwürfen lud SpaceX zunächst die 120 vielversprechendsten zu einem Design-Wochenende an die Texas A&M University ein.

Erfolgreicher Hyperloop-Prototyp der TU München

Aus diesen 120 vorselektierten Entwürfen wählte eine Jury Anfang 2016 die 22 besten Konzepte aus, die als umgesetzte Prototypen knapp ein Jahr später in einer eigens in Kalifornien errichteten Teststrecke erneut gegeneinander antreten sollten. Diese Hürde nahm das Team WARR ebenso wie die mitunter prominente Konkurrenz, darunter ein Team des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Nach einigen Sicherheitstests vor Ort wurde der Hyperloop von WAAR als nur eine von drei Kapseln für einen Versuch auf der 1,25 Kilometer langen Teststrecke zugelassen und sicherte sich auf Anhieb den Titel als schnellste Kapsel – mit einer Geschwindigkeit von unter 100 km/h.

Unter diesen Vorzeichen sollte es Ende August 2017 an gleicher Stelle in eine Neuauflage des Wettbewerbs gehen, wobei diesmal der Fokus ganz auf der erreichten Endgeschwindigkeit liegen sollte. Diesmal setzte sich das Team der TU München mit dem 80 kg schweren POD II und einer Spitzengeschwindigkeit von 324 km/h deutlich von der Konkurrenz ab, die erneut Werte um die Marke von 100 km/h erreichte. Ausschlaggebend für den Erfolg des Gesamtkonzepts war unter anderem der eigene Antrieb mit einem 50 kW starken Elektromotor.

Hoher Aufwand mit ungewissem Ausgang

Zu gewinnen gab es für das Team WARR neben einem persönlichen Glückwunsch von Elon Musk viel Renommee für die eigene Leistung und die TU München. Die für den Prototypenbau anfallenden und mit dem Wettbewerb verbundenen hohen Kosten tragen mehrheitlich namhafte Sponsoren wie Airbus. In der aktuellen Ausbaustufe kommt der maßstabgetreue WARR Hyperloop Pod bei einem Gewicht von 600 kg und einer maximalen Zuladung von 100 kg auf eine geschätzte Geschwindigkeit von 350 km/h. Bis zum nächsten Event im Sommer 2018 bleiben den Studenten aber noch genug Zeit für die Optimierung des eigenen Entwurfs.

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