Gemeinsam zum Ziel

30. Sep 2015 item Redaktion

Am 6. September war es wieder soweit: Der Miss-Zöpfchen-Lauf brachte Solingen auf Trab. Bei der 9. Ausgabe des Benefiz-Laufs liefen für den guten Zweck viele große und kleine Läufer (Bambini), Nordic Walker und Inline Skater motiviert über die Strecke zwischen Solingen und Wuppertal. Auch ein item-Team war mit von der Partie.

Bereits zum fünften Mal nahm unser Läuferteam voller Engagement am Miss-Zöpfchen-Lauf teil. Neben sportlichem Ehrgeiz spielte dabei freilich auch die Verbundenheit zu unserer Heimatstadt Solingen eine entscheidende Rolle. Und wenn es um eine gute Sache geht, sind wir erst recht zur Stelle. Schließlich kommt ein Großteil der Einnahmen der Beleuchtung der beliebten Korkenziehertrasse zugute, die gleichzeitig als Laufstrecke fungiert. Erst kürzlich konnten dort zehn neue Lampen aufgestellt werden. Für unser zehnköpfiges Team galt es im Rahmen des Firmenlaufs eine Strecke von fünf Kilometern zu absolvieren.

Gleich zwei neue Rekorde und viel Enthusiasmus

Von herbstlich anmutendem Wetter rund um die Strecke ließen sich die Solinger natürlich nicht abschrecken. Das genaue Gegenteil war der Fall: Im neunten Jahr seiner Geschichte erreichte der Miss-Zöpfchen-Lauf einen neuen Teilnehmerrekord: Mit 1400 Sportlern aller Altersklassen wurde die bisherige Bestmarke von 980 Läufern locker in den Schatten gestellt. Knapp eine Woche vor dem Start wurde die 1000er-Marke geknackt.

Nachdem die Veranstaltung schwungvoll durch „Em Brass“, Solingens erste und einzige Marching Band, eingeläutet wurde, konnte es losgehen. Den Anfang machten am Sonntag die Inline-Skater, gefolgt vom Halbmarathon über 21,1 Kilometer. Letzterer verdankt seine Beliebtheit auch seinem Status als gute Vorbereitung für den Köln Marathon im Oktober. Ganz zum Schluss, um 14:15 Uhr, kam schließlich der Firmenlauf an die Reihe. Mit knapp 500 Läufern wies er das größte Teilnehmerfeld des Tages auf.

Somit konnte für diese Disziplin ebenfalls ein Rekord verbucht werden. „Vor allem das Ergebnis am Firmenlauf beeindruckt mich. Viele Chefs haben inzwischen den Wert erkannt, die Trasse zu unterstützen“, sagte Hartmut Lemmer, Präsident des Solinger Sportbundes. Während es zuvor nur einige kleine Schauer gegeben hatte, wurde der Firmenlauf jedoch von heftigem Regen begleitet. Das machte unserem Team, das den Bedingungen trotzte, kaum etwas aus. Verpflegung am Wegesrand gab es durch unsere selbstgebaute Versorgungsstation aus D30-Profilen.

Hier sind einige Eindrücke, die das Solinger Tageblatt an der Strecke eingefangen hat:  

Die Hintergründe des Miss-Zöpfchen-Laufs

Wie aber kam es eigentlich zum Namen „Miss-Zöpfchen-Lauf“? Für alle Nicht-Solinger erscheint er gewiss ein wenig rätselhaft. Beginnen wir ganz von vorn: Da sich hier das Zentrum der deutschen Schneidindustrie befindet, wird diese Tradition auch gebührend hochgehalten. Hierzu gehört auch die Wahl von Miss Zöpfchen – wobei man wissen muss, dass im Bergischen kleine Küchenmesser als „Zöppken“ bezeichnet werden. Es geht also bei der alljährlichen Wahl auf dem Solinger Zöppkesmarkt ebenso um schöne Zöpfe wie um die stolze Tradition als „Klingenstadt“.

Kim Armbrüster, das Miss Zöpfchen des Jahres 2006, fiel während ihrer aktiven Zeit die sogenannte „Korkenziehertrasse“ ins Auge. Einst verband sie Wuppertal-Vohwinkel und Solingen per Zug, bereits im April 1886 begannen die Arbeiten. Die 1995 stillgelegte Bahntrasse erfreute sich später dank ihres namensgebenden, spiralförmigen Verlaufs ohne steile Anstiege bei Joggern und Radfahrern großer Beliebtheit.

Doch es gab einen Haken: Grundsätzlich fehlte elektrische Beleuchtung, da die Stadt hierfür schlicht kein Geld hatte. Frühmorgens und in den Abendstunden war es hier dementsprechend ungemütlich. So kam Armbrüster die Idee, durch ein wohltätiges Rennen „Licht in dieses Dunkel zu bringen“, wie sie selbst sagt. Rasch übertrug sich ihr Enthusiasmus auf ihre Familie, Mitarbeiter der Stadt Solingen und den Solinger Sportbund. Im darauffolgenden Jahr fand der erste Miss-Zöpfchen-Lauf statt, organisiert von der Aktion „Licht für die Trasse“. Inzwischen sind auf diese ungewöhnliche Weise 7 von 11 Kilometern Beleuchtung erlaufen worden.