Fahrerloses Transportsystem für KMU

26. Apr 2017 item Redaktion

Innerbetrieblicher Materialfluss und Intralogistik sind wichtige Faktoren auf dem Weg zu einer optimalen Produktionseffizienz.

Viele Unternehmen setzen daher unter Verwendung von führerlosen Transportfahrzeuge und Stetigförderern (innerbetrieblichen Förderanlagen) auf eine möglichst hohe Automatisierung ihrer Intralogistik. Beides ist mit hohen Investitionen verbunden und für die Logistikanforderungen vieler KMU oft schlicht überdimensioniert. Für solche Unternehmen hat die Götting KG ein kleines fahrerloses Transportsystem entwickelt, das Kleinladungsträger (KLT) vollautomatisch zwischen Lagerregalen aus item Komponenten und einem item Karakuri-Zwischenlager am Produktionsort bewegt.

Automatisierung kleiner Transportaufgaben

Die kleine automatische Transporteinheit (KATE) wurde speziell für Nutzlasten bis 50 kg entwickelt. Daher sind für ihren Einsatz keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen notwendig. KATE bewegt sich plan über dem Boden. Währenddessen ist die Auftrittsenergie so gering, dass ein Mitarbeiter mit Sicherheitsschuhen eine Kollision kaum wahrnehmen würde. Natürlich kann das fahrerlose Transportsystem auch mit laser- oder ultraschallbasierter Hinderniserkennung ausgestattet werden, die KATE vor dem Kontakt mit einem Mitarbeiter stoppt. Solche zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen können zudem helfen, die zu Beginn oft noch vorhandenen Vorbehalte der Mitarbeiter gegenüber fahrerlosen Transportsystemen abzubauen.

Letztendlich ist die Automatisierung aber für alle Mitarbeiter ein Gewinn, da lediglich sehr einfache und monotone Arbeiten übernommen werden, für die sonst ein bis zwei Werker dauerhaft abgestellt werden müssen. Sie können sich stattdessen um wertschöpfende Aufgaben kümmern. Das Fahr-Lenkmodul von KATE kommuniziert via WLAN mit einem Leitrechner und der Leitsteuerung TransportControl. Bedient wird TransportControl direkt im Web-Browser, ohne Plug-ins oder zusätzliche Software.

Mit fahrerlosem Transportsystem die Intralogistik optimieren

Auch die Spurführung des fahrerlosen Transportsystems trägt zur schnellen Amortisierung der Investition für KMU bei. Zum Einsatz kommen hier auf den Hallenboden aufgeklebte Spurführungen und Transponder. Dadurch ist das Aufstemmen des Bodens zur Verlegung von sonst oft verwendeten Leitdrähten nicht notwendig. Unter diesen Voraussetzungen hat sich ein gemeinsamer Kunde von item und Götting entschieden, ein vorhandenes Gurtfördersystem an der Decke durch kleine automatische Transporteinheiten zu ersetzen.

Ziel der Umstellung ist ein deutlich reduziertes Handling in der Produktion. KATE holt einen Kleinladungsträger an einem Regalsystem im Lager ab und bringt diesen automatisch zu einem Zwischenlager, aus dem die Mitarbeiter abschließend nur noch die Maschine bestücken müssen. Gleichzeitig transportiert KATE ebenso vollautomatisch das Leergut aus dem Zwischenlager zurück in das Lager. Folglich übernimmt das fahrerlose Transportsystem die komplette An- und Ablieferung von Material. Über die Software und Sensoren kann die Anlieferung von Material automatisch gesteuert, in festen Abständen geplant durchgeführt, aber auch ganz einfach händisch durch den Werker – beispielsweise über ein Tablet – am Zwischenlager ausgelöst werden.

Individuelle item Regale und Karakuri-Lösungen

Damit die Vollautomatisierung wie in der Theorie funktionieren kann, braucht es Regalsysteme, die sich individuell an die Transportaufgabe anpassen lassen. Für die Götting KG waren hier die große Auswahl und schnelle Verfügbarkeit von item Komponenten sowie der einfache und schnelle Aufbau individueller Kundenlösungen durch die Verwendung eines modularen Systems auschlaggebende Punkte. Weitere entscheidende Punkte sind die hohe Qualität der Profiltechnik aus Aluminium und die dauerfeste Verbindungstechnik. Denn der automatisierte Materialfluss im Dreischichtbetrieb muss langfristig ohne großen zusätzlichen Wartungsaufwand funktionieren.

Als Spezialist auf dem Gebiet der fahrerlosen Transportsysteme und für das Umrüsten herkömmlicher Fahrzeuge für einen Einsatz ohne menschlichen Fahrer wollte die Götting KG den Bau der notwendigen Regalsysteme allerdings nicht selbst durchführen. Deswegen wurden die Anforderungen des Kunden an den Standort item Hannover weitergeleitet. Dort erfolgten Planung und Konstruktion der individuellen Lösung. Die Regalsysteme lassen sich durch die Verwendung unserer modularen Systembaukästen optimal an Form, Längen und Größen von Behältern beim jeweiligen Kunden anpassen.

Praxistest des fahrerlosen Transportsystems auf der Hannover Messe

In der Praxis sieht die Anforderung an das entstandene fahrerlose Transportsystem wie folgt aus: An einer Maschine werden vier verschiedene Bauteile benötigt, die im Unternehmen auf KLT gelagert sind. Die Aufnahmepunkte im Lager sind im fahrerlosen Transportsystem hinterlegt. Es ist mit einem Hubtisch und einem angetriebenen Rollenförderer als einzige aktive Elemente ausgestattet. 

Nach Aufnahme des Materials am Lagerregal fährt KATE automatisch zur Zwischenablage an der Maschine mit den genau vier passenden Schächten. Die kleine automatische Transporteinheit wählt den richtigen Schacht für das aktuell transportierte Material, gibt dieses über eine passive Karakuri-Lösung an das Lager ab, nimmt im Folgeschritt einen leeren KLT auf und fährt zurück zum Lager.

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