Betten auf Rädern

12. Jul 2017 item Redaktion

Wie ein ungewöhnlicher Rennwagen auf Basis von item Profiltechnik hilft, Familien in Not wieder auf den richtigen Kurs zu bringen.

Lawrenceville ist eine eigentlich beschauliche Stadt im US-Bundesstaat Georgia, nordöstlich der Hauptstadt Atlanta. Spätestens zum alljährlichen Bed Race weicht diese Ruhe aber einem kleinen Volksfest, an dem sich zahlreiche Firmen und Personen aus der gesamten Umgebung beteiligen. Wie in jedem Jahr war auch 2017 unser Kunde WIKA Alexander Wiegand SE & Co. KG mit einem eigenen „Schlaf-Rennwagen“ vor Ort. Der Spezialist für Druck-, Temperatur-, Fluss & Füllstands- und Kraftmesstechnik aus Klingenberg am Main ist in über 40 Ländern mit mehr als 9.000 Mitarbeitern vertreten, zu denen auch das Team der Niederlassung in Lawrenceville gehört. Mit einem hohen Qualitätsanspruch und einem Fokus auf Lean Production setzt WIKA schon lange auf Lösungen von item. Da lag es natürlich nahe, auch den Rennwagen aus den flexiblen Komponenten des MB Systembaukastens zu konstruieren.

Klare Vorgaben für den Bed Racer 

Obwohl das „Family Promise of Gwinnett County (FPGC) Charity Bed Race” natürlich nicht mit dem Aufwand einer Rennserie wie der Formula Student verbunden ist, gelten doch klare Regeln für den Bau der Rennbetten: In der Breite gibt schon die obligatorische Matratze den Rahmen vor. Insgesamt sollte die Konstruktion dazu nicht höher als 243 cm werden. Abstehende Teile, darunter etwa die Griffe für die vier Anschieber, dürfen keine scharfen Kanten aufweisen und nicht länger als 40 cm sein. 

Die Griffe müssen zudem so angeordnet sein, dass alle Anschieber zu jeder Zeit freie Sicht auf die Strecke haben. Sie sind im Rennen die einzige Form des Antriebs – Pedale oder gar Motoren sind nicht erlaubt. Wirklich Zeit, um es sich gemütlich zu machen, hat das mindestens 45 kg schwere Teammitglied auf dem Bed Racer aber nicht. Über einen Steuermechanismus hält es die mindestens vier Räder über die knapp 258 m lange Strecke und zwei Kurven sicher in der vorgegebenen Spur.

Voller Einsatz im Bed Race 2017

Auf dem Papier also sicherlich eine lösbare Aufgabe für das Team von WIKA. Schließlich deckt das Unternehmen mit seinen Produkten Messbereiche bis 15.000 bar und 1.800 °C ab und produziert dabei in Losgrößen von 1 bis 10.000 Einheiten. Aktuell sind geschätzt rund 600 Millionen Messgeräte von WIKA weltweit im Einsatz. Zum Renntag im April ging dann auch ein sehenswerter Bolide in die Startaufstellung. Den stabilen Leichtbaurahmen bildete die Profilreihe 8, die an neuralgischen Stellen mit Winkelelementen verstärkt wurde. Scharfe Kanten waren dank der Abdeckkappen auch kein Thema und in die Profilnuten ließen sich noch einige gut sichtbare Werbeflächen und Messtechnik von WIKA einpassen.

In dieser Grundkonstellation ging es in die Rennen, die jeweils im direkten Duell mit einem weiteren Team aus dem Teilnehmerfeld ausgetragen wurden. Bei den Anschiebern war dabei durchaus Kondition gefragt: Gültig sind die aufgestellten Zeiten nur, wenn bei Überquerung der Ziellinie noch alle Teammitglieder direkten Kontakt zum eigenen Bed Racer haben. Am Ende ließ WIKA Teams wie „Cool Runnings“, „Pigs in a Blanket“ oder die „Flying Nuns“ hinter sich und musste sich in der „Adult Division“ nur den Mitstreitern von „ViaSat“ geschlagen geben. Die eigentlichen Gewinner des mittlerweile achten Bed Race in Lawrenceville waren aber sowieso ganz andere.

Soziales Engagement als Teil der Unternehmenskultur

Die Idee des Bed Race hat nämlich einen durchaus ernsten Hintergrund. In den USA, wie auch in zahlreichen anderen Ländern, leben viele Familien trotz Arbeit am Rande des Existenzminimums. Mieten sind für diese Familien oft der größte Kostenfaktor. Bei unvorhergesehenen Problemen und Schicksalsschlägen ist es das eigene Zuhause, das diese Menschen und damit auch oft ihre Kinder verlieren. Ohne Hilfe erholen sich etliche Betroffene von einem solchen Einschnitt nicht. Die freiwilligen Helfer von Family Promise machen unter anderem mit dem Bed Race auf genau dieses Problem aufmerksam, denn jeder sollte ein Bett in einer geschützten Umgebung zum Schlafen haben. 

Mittlerweile ist das jährliche Rennen auch eine der größten Charity-Aktionen für die Region, für die ansässige Unternehmen wie WIKA großes soziales Engagement zeigen. Von den Einnahmen wird dabei nicht nur die Unterbringung in Not geratener Familien organisiert. Ebenso erhalten sie Bewerbungstrainings, können über das Web nach neuen Jobs schauen und bei Bedarf auf einen kostenfreien Fahrdienst zurückgreifen. Natürlich wird von den Familien auch Eigenengagement verlangt. So lange dies gegeben ist, können sie sich bis zu 90 Tage auf die direkte Unterstützung verlassen. Auch nach dieser Zeit stehen ihnen die Helfer von Family Promise mit Rat und Tat zur Seite.

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