Atticus Robot: Aluminium-Elektroautos für den Massenmarkt

12. Okt 2016 item Redaktion

Tüfteln für ein sichereres und sozialeres Fahren ohne Emissionen. 

Elektroautos etablieren sich im Alltag mehr und mehr als umweltfreundliche Lösung für die Mobilität der Zukunft. Die Entwickler steigern mit jeder neuen Generation nicht nur die Reichweite, sondern nutzen sie gleichzeitig als Testballon für vernetzte Fahrassistenten und Sicherheitssysteme. Im Alltag profitieren von diesem Fortschritt allerdings vergleichsweise nur wenige Fahrer. Der einfache Grund: Die hohen Anschaffungskosten von Elektroautos.

Daher machte sich der in den USA lebende brasilianische Ingenieur Paulo Camasmie eifrig daran, ein eigenes Modell zu entwickeln. Er findet es einfach unmoralisch, dass heutzutage nicht alle Autos mit modernster Sicherheitstechnik – wie etwa Kollisionswahrsystemen – versehen sind und somit wirksamer Schutz nur den Wohlhabenden offensteht. Wirklich neuartig ist an dem sogenannten Atticus Robot im Grunde nichts, aber gerade das ist der springende Punkt. Man kann das Gefährt daher durchaus mit der Entwicklung des iPhones vergleichen – es nutzt die bereits vorhandene Technologie, um ein Optimum herauszuholen.

Mehr als autonomes Fahren  

Dabei handelt es sich im besten Sinne um ein passioniertes Hobby-Projekt. Paulo Camasmie führt seit 16 Jahren das erfolgreiche Trike-Unternehmen Catrike und ist daher finanziell nicht von seinem Elektroauto-Projekt abhängig. In seiner Freizeit konnte er also ganz ohne Druck in seiner Garage schrauben und tüfteln. Für die Rahmenkonstruktion griff er auf unseren MB Systembaukasten und das Profilrohrsystem D30 zurück. Bei seinen Recherchen auf einer Fachmesse hatte er sich mit beidem vertraut gemacht. Unsere Profiltechnik überzeugte ihn dort so nachhaltig, dass er sie mittlerweile nicht nur für den Atticus Robot, sondern auch für die Konstruktion neuer Trikes einsetzt. Besonders schätzt er an der item Welt die Modularität. Es ist noch nie vorgekommen, dass etwas nicht zusammengepasst hätte. 

Camasmie hält ausdrücklich nichts von teilautonomen Elektroautos, bei denen dann im Zweifelsfall doch der Mensch eingreifen muss. Stattdessen setzt er auf ein Fahrerlebnis, bei dem der menschliche Fahrer die volle Kontrolle besitzt und modernste Technik die Insassen beschützt. Durch seine modulare Bauweise kann der Atticus Robot dabei leicht mit neuen Sicherheitssystemen wie V2V (Vehicle-to-Vehicle; Autos kommunizieren miteinander) und V2I (Vehicle-to-Infrastructure; Weiterleitung von Ampelsignalen etc.) aufgerüstet werden. 

Sicherheit sollte kein Exklusivrecht sein 

Obwohl der Atticus bisher nur als Prototyp ohne Außenhülle und Sicherheitshilfen existiert, hat Camasmie ein Ziel fest anvisiert: Sein Vehikel soll das Elektroauto-Konzept für den Massenmarkt öffnen und dafür sorgen, dass höchste Sicherheit beim Fahren nicht nur Käufern mit großem Geldbeutel ermöglicht wird. Wenn alles nach Plan verläuft und sich die benötigten Partner einfinden, dann soll es 2020 endlich soweit sein. Hinter der unterstützungswerten Sicht Camasmies steckt auch ein zutiefst persönliches Erlebnis: 1984 wurde seine Schwester Simone in Brasilien in einen Autounfall verwickelt, woraufhin sie einen Monat im Koma lag. 

Aber woher kommt eigentlich der Name „Atticus“? Das hat das neuartige Gefährt der Schullektüre von Camasmies Tochter zu verdanken. In Harper Lees Romanklassiker „Wer die Nachtigall stört“ (1960) verteidigt der mutige Südstaaten-Anwalt Atticus Finch in den 1930er Jahren einen unschuldigen Farbigen. Die Figur avancierte schnell zur Symbolfigur für ethisches Handeln und Fortschrittlichkeit. Daher fühlte sich die Kleine direkt an ihren Vater erinnert – und empfahl ihm das inspirierende Buch umgehend. Er war natürlich sehr gerührt, dass ihn seine Tochter in diesem Licht sieht. Und so war auch direkt eine passende Bezeichnung für sein Auto gefunden. 

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